BMW M3 E46 Touring (2026): Petroyle-Restomod
Der M3, den BMW sich nie zu bauen traute

Vor über 25 Jahren gab es einen BMW M3 E46 Touring, der nie in Produktion ging. Jetzt bringt ein britisches Unternehmen eine Kleinserie des M3 Touring!
Bild: Petroyle Restorations
Inhaltsverzeichnis
35 Jahre hat BMW seine Fans warten lassen! Erst mit der fünften Generation wurde ein M3 erstmals auch als Touring angeboten – dabei hätte diese Erfolgsgeschichte schon Jahrzehnte früher beginnen können!
Seit 2021 ist der intern G81 genannte BMW M3 Touring erhältlich und erfreut sich hierzulande großer Beliebtheit. Doch schon im Jahr 2000 stand man in München kurz davor, einen M3 Kombi auf den Markt zu bringen. Tatsächlich gab (und gibt) es einen voll fahrbereiten, nahezu serienreifen BMW M3 Touring der Baureihe E46, der damals einigen Journalisten vorgeführt wurde – und die waren durch die Bank begeistert.

Das Original: Im Jahr 2000 spielte BMW mit dem Gedanken, einen M3 E46 Touring zu bauen – verwarf die Idee letztendlich aber.
Bild: Werk
Das Problem: Angeblich sahen das die potenziellen Kunden etwas anders. Das Interesse an einem M3 für Familienväter soll überschaubar gewesen sein. Aufgrund dieser Einschätzung und des hohen konstruktiven Aufwands verwarf BMW die Idee eines 343 PS starken, hinterradangetriebenen, handgeschalteten M3 Kombi – und es blieb bei Coupé und Cabrio.
Bei einigen Fans war der Wunsch nach einem M3 Kombi jedoch so groß, dass sie sich ihren Touring kurzerhand selbst bauten – meist findige Karosseriebauer oder Tuningprofis. Jetzt hat ein britisches Unternehmen eine Kleinserie des BMW M3 E46 Touring angekündigt und lässt damit den Traum vieler BMW-Aficionados Realität werden. Vorausgesetzt, man hat die nötigen finanziellen Mittel – denn der Restomod kostet mehr als ein aktueller M3 Competition Touring.
Verantwortlich für das Projekt ist die britische Firma Petroyle Restorations. Bisher kümmerte sich das 15-köpfige Team vor allem um Wartung und Restaurierung von Fahrzeugen verschiedener Marken, darunter Aston Martin, BMW, Jaguar und Porsche. Mit dem "Petroyle Touring" getauften M3 betritt das Unternehmen nun Neuland.

Könnte genau so ab Werk sein: Die meisten würden vermutlich nicht erkennen, dass es den BMW M3 E46 Touring so nie gab.
Bild: Petroyle Restorations
Für das Erstlingswerk wurde erheblicher Aufwand betrieben: Viele Karosserieteile, darunter Seitenschweller, Heckschürze, Kofferraumboden und sogar die vorderen Kotflügel, bestehen aus Carbon. Die verbreiterten hinteren Seitenteile werden hingegen klassisch aus Blech geformt – wie beim Original. Optional sind auch eine Carbon-Frontschürze und ein Carbon-Dach erhältlich. Grundsätzlich lässt sich der M3 Touring bis ins kleinste Detail individualisieren – ganz so, als würde man Anfang der 2000er-Jahre einen neuen M3 konfigurieren.
Das Fahrzeug mit der Produktionsnummer 001 ist bereits fertig und in der charakteristischen M3-Farbe "Laguna Seca Blau" mit einer Lederausstattung in "Zimt" ausgeführt. Optisch wirkt der Umbau nahezu 100 Prozent originalgetreu, gleichzeitig wurde der M3 im Detail verbessert.
Zum einen sorgt der Einsatz von Carbon dafür, dass der Kombi etwa so viel wiegt wie ein M3 Coupé. Zum anderen kümmert sich Petroyle um eine bekannte Schwachstelle des E46: die anfällige Hinterachse, die entsprechend verstärkt wird.
Besonders spannend wird es beim Motor: Nummer 001 ist mit dem originalen 3,2-Liter-Reihensechszylinder (S54) ausgestattet – standesgemäß. Bemerkenswert: Es soll sich um einen fabrikneuen Motor mit null Kilometern Laufleistung handeln. Wem die serienmäßigen 343 PS nicht reichen, für den bietet Petroyle Alternativen.

Die Karosseriearbeiten waren die größte Herausforderung. Den Bildern nach zu urteilen, hat Petroyle hier hervorragende Arbeit geleistet.
Bild: Petroyle Restorations
Kunden können ihren M3 Touring auch mit einem V8 (vermutlich S65) oder sogar mit dem legendären V10-Sauger (S85) samt Handschaltung bestellen. Das ist zwar nicht mehr original, aber letztlich eine Frage des Geschmacks – und des Budgets.
Der Basispreis für einen M3 Touring von Petroyle liegt bei umgerechnet rund 152.000 Euro (133.000 britische Pfund). Je nach Sonderwünschen ist nach oben noch reichlich Luft. Zum Vergleich: Ein neuer BMW M3 Competition Touring mit 510 PS startet bei 108.900 Euro.
Der hat allerdings nicht den gleichen Retro-Charme – und ist im Vergleich fast schon Massenware. Denn auch wenn Petroyle keine feste Limitierung nennt, dürfte allein der Preis dafür sorgen, dass der M3 E46 Touring eine absolute Rarität bleibt.
Fazit
Der E46 ist mein persönlicher Favorit unter den BMW M3 – und dass es ihn jetzt als Touring in einer Kleinserie gibt, klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Vor meinem inneren Auge habe ich beim Schreiben dieses Artikels bereits fünf oder sechs Traumkonfigurationen durchgespielt. Der einzige Haken ist der Preis: Ich verstehe, dass so viel Handarbeit ihren Preis hat, aber 150.000 Euro plus sind eine echte Hausnummer.
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